Lyrics


Aphorismus


ich trank
aus leerer Schale wartendem Raum
weißer Augen
Liebe





Wiegenlied für Erwachsene


Herz ergeht sich
in Verzweiflung, die ganz lange
So allein? Armes Kind
Spar dir das Geborenwerden
wie das Herzchen bricht
liebt und schreit und
nicht mehr kann, nicht mehr weiter kann
armes Kleines
hättest doch lieben wollen
und jetzt so einsam
jede Farbe verbannt
und jede Träne nur schmerzt
na wir sind doch nicht zu unserem Glück da
sondern um zu zerbrechen, verrecken
und dazwischen wolltest du eine Seele haben
und Liebe empfangen
träum doch nicht
Dummchen
allein sein ist deine Existenz
verletzt wirst du dennoch
-keine Sorge
Vielleicht kannst du auch mal weinen
vielleicht tut es einmal weh genug um wütend zu werden
und dann weine deine Silberträne
damit du weißt wie schön es doch gewesen wäre
da rührt sich noch etwas unter zertretenem Gefühl
du wirst sehen das stirbt schon noch
das stirbt noch vor dir
armes Kind
hättest träumen mögen
hättest lieben mögen
keine Sorge, mach dir keine Sorgen
bald rührt sich nichts mehr
denk nur
es hätte sein können
kleine tote Seele
schrei nicht mehr
schlaf




Schrei

Tierschrei noch und schon Schrei des Geistes
erster Lebensschrei und tonloser Todesschrei

Heute, endlich, endlich
will ich Verzweiflung erbrechen
die da schäumt und wächst
zum Halse heraus

Doch niemals Befreiung
aus der zähen Hoffnung
des Daseins

Ergeben in ewiger Stille
die niemand je durchbrach
im Bernstein der Ewigkeit
erstarrt
zur Ehre der Schöpfung

Und doch bleibt ein Schrei in der Kehle
ein Schrei in der Nacht und der Sonne entgegen
ein Schrei in die Erde und ins echolose All